Navigation

Startseite Archiv Gästebuch Kontakt Abonnieren

Über...:

Mond Mond's Vorlieben

Roter Mond

Warnung Blog Gedankenspiel

Links

Mondchat Trading Yesterday Persönlichkeitstest Gackt Hyde



Neuanfang

Zufall. Im Grunde war es einfach nur Zufall, dass ich hier gelandet bin. Wieder.

Mein alter Blog ist schon seit Monaten unbenutzt, es ist besser, wenn dies auch so bleibt.

Vielleicht ist es besser so: Ein Neuanfang.

Ein Blog, dessen Existenz niemand kennt, der es nicht wissen soll. Ein Blog, der mir vielleicht endlich erlaubt, ehrlich zu mir selbst zu sein.

Meine Gedanken in einem Tagebuch aufzuschreiben, halte ich niemals durch – oft ist es auch schon daran gescheitert, dass das Niedergeschriebene viel zu wenig nach mir klang, eben so, als wäre alles nur eine Geschichte, anstatt der unangenehmen Realität.

Eine Scheinwelt – nicht mehr, nicht weniger.

Es ist angenehm, sich einbilden zu dürfen, anonym zu sein. Anonym in einer Welt, die das Wort ‚Privatsphäre’ schon lange nicht mehr zu kennen scheint. Der Gedanke zählt.

Denn wer lässt sich schon gerne in die Karten schauen?

Wer möchte nicht zumindest ein paar Ereignisse in seinem Leben ungeschehen machen?

Und wer antwortet wirklich auf jede Frage mit der kompletten Wahrheit?

Kaum jemand.

Es ist eindeutig besser, dass niemand, der mich persönlich kennt, meine Gedanken hier verfolgen kann. „Den Schein wahren“ – dieser Vorsatz zählt viel zu sehr.

Wer kann wirklich sagen, was hinter der Fassade steckt?

Man erfährt nie die ganze Wahrheit über einen Menschen.

Man glaubt alles zu wissen, aber ist Glaube auch Sicherheit?

Viele Menschen verbergen ihre wahren Gefühle. Warum? Meist, um sich selbst zu schützen. Weil sie feige sind. Aus Angst, verletzt zu werden. Oft, weil ihre bisherigen Erfahrungen nicht die Besten waren. Ein Teufelskreis, denn wer erkennt schon die stumme Verzweiflung, die einsamen Tränen und das aufgesetzte Lächeln als solches? Aber was sollte man sonst tun? Die Erwartungen anderer sind hoch, ohne dass sie es selbst bemerken. Sie erwarten, dass man lächelt, mit ihnen lacht, ihnen von schönen Erlebnissen erzählt.

„Du kannst immer zu mir kommen, wenn irgendetwas ist“ – Wie oft schon habe ich diesen Satz gehört? Ob nun von heuchlerischen Lehrern, Betreuern, übereifrigen Verwandten, scheinheiligen Freunden oder Leuten, die ich kaum ausreichend kenne, um ihnen auch nur annährend Verständnis zutrauen zu können. Und wie oft wurde mir schon bewiesen, dass ich auf diese Worte am Besten gar nicht setzten sollte? Sehr oft. Zu oft.

Einmal habe ich den Fehler begangen, vor meiner ehemals besten Freundin zu weinen. Ich hasse es, wenn Außenstehende meine Verzweiflung sehen. Sie sehen, aber sie nicht verstehen. ‚Nicht verstehen wollen’ trifft es wohl eher. Sie stand vor mir und es war offensichtlich, wie unangenehm ihr ihre Situation erschien. Sie war überfordert, hatte mich so noch nicht gesehen. Warum verstehen so viele Menschen nicht, dass ein tröstender Arm, eine Umarmung oder Sonstiges einem viel mehr bringt, als wahllos gewählte Worte, die dem Betroffenen sowieso nicht weiterhelfen („Kopf hoch“, „Morgen sieht alles ganz anders aus“, „Das wird schon wieder“ )?
Warum verstehen sie nicht, dass die sorgsam errichteten Schutzmauern wohl kaum aufgrund einer Nichtigkeit zu bröckeln beginnen?

Jahre später bewies mir meine Freundin, welchen Wert unsere Freundschaft wirklich für sie hatte. Enttäuschtes Vertrauen kann wirklich furchtbar schmerzhaft sein, aber nichts macht diese Dinge ungeschehen, dafür kann man aus ihnen lernen.

Ich wahre mein Gesicht hinter einer heuchlerischen Maske aus falschen Emotionen.

Ich weiß, dass ich feige bin, dass ich Angst habe, erneute Verletzungen erfahren zu müssen. Immer und immer wieder. Aber egal, wie nutzlos und selbstzerrstörerisch mein Verhalten auch sein mag: Ich kann nicht anders. Der Käfig meines Lebens hat mich geschaffen und jeder weiß, wie schwer es ist, Eisenstangen zu verbiegen. Aber es ist möglich.

Nun bleibt die Frage offen, ob und wann ich wirklich irgendwann frei sein kann...

 

22.5.09 12:39
 



bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


A.mylein (25.5.09 16:25)
Kenne ich genau, das Problem.
Leider sind die meisten so, was man dann spätestens versteht, wenn man in ihrer Gegenwart einen Ausbruch hat.


Ich wünschte ich könnte mir noch einbilden Anonym zu sein, leider wurde das abgelöst durch Paranoia.
Deshalb kann ich nicht schreiben wie ich will und was ich will und wie ich bin, weil man nie weiß wer nicht alles mitschaut.
Ich wechsel ständig von Blog zu Blog, baue neue auf, weil ich anders schreiben will, mehr wie ich. Im Endeffekt ist es dann nur eine abgespaltene Seite von mir. Vielleicht ist es auch besser, als wenn alle zusammengeführt zum Vorschein kommen.

Spätestens am Arbeitsplatz sind die Menschen reifer geworden, hoffe ich.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen
Gratis bloggen bei
myblog.de